Das Ende der Youtube Annotation! – Die Anmerkung ist Geschichte

Das Ende der Youtube Annotation! – Die Anmerkung ist Geschichte

Die “Endcard” ist so eine Sache, die unmisverständlich mit Youtube Videos verknüpft ist. Die Grafik gewordene Call-to-action, die man sich mit klickbaren Flächen (Annotation) zusammenbaut und den User weiter bei Laune hält und im Idealfall dazu bewegt weitere Interaktionen durchzuführen. Mehr Klick, mehr Abonnenten, mehr Views. Das Ende der Youtube Annotation scheint jetzt jedoch gekommen zu sein.

 

Die Youtube Annotation und der mobile Traffic

Im Zuge der Verlagerung des Youtube Traffic (erstmals mehr Views auf Mobilgeräten) führte Youtube vor Kurzem die Endscreens ein. Während der Begriff EndCard kein offizieller technischer Begriff war und nur die Funktion beschrieb, ist der Endscreen (zu deutsch Abspann) eine tatsächliche konkrete Funktion auf Youtube.

Screenshot Youtube Annotation auf Desktop und Smartphone

Bye-Bye Annotation Editor

Nun ist die Schonzeit wohl vorbei und Youtube gab in einem Blogpost bekannt, dass die Annotations zum 2. Mai abgeschafft werden und dann nur noch Endscreens als Mittel zur CTA zur Verfügung stehen (neben den Infocards natürlich – wie bereits hier beschrieben). Ab dann ist es nicht mehr möglich neue Annotations zu erstellen, bestehende Annotations bleiben jedoch weiter funktionsfähig z.B. in älteren Videos.

Während diese beiden Funktionen immer weiter verfeinert wurden, ist die Nutzung von Annotations wohl um ca. 70% zurück gegangen. Schlaue Youtube Kanalbetreibern wird auch nicht entgangen sein, dass Google im Zuge des ‘Mobile First’ Gedanken Kanäle, die diese Funktionen ausgiebig nutzen besser gewichten wird als diejenigen, die immernoch an Annotations festhalten.

Laut Youtube sorgen Endscreens & Infocards für 7mal mehr Klicks auf Youtube als es bei Annotations der Fall ist. Während immer mehr User Annotations komplett abschalten. Zudem ist die Erstellung von Edscreens in Infocards durch die Standardisierung viel einfacher zu erstellen. Youtube beruft sich dabei auf Rückmeldungen der User.

Alles in allem ein weiterer Schritt in Richtung Mobile First, der die Nutzung der Online Video Plattform so komfortabel wie möglich gestalten. Es zeigt auch deutlich, dass sich selbst ein Primus wie Youtube (bzw. Google) nicht auf seinem Status ausruhen kann und sich ständig den Nutzungsgegebenheiten anpassen muss. Konkurrenten wie Twitch oder Vimeo schlafen nicht und führen selbst ein paar Interessante Funktionen ins Feld.

Mehr Informationen hier im Youtube Creator Blog.

 


Hakan Acarel ist Adobe Certified Expert und ist seit 15 Jahren selbständig als professioneller Videograf & Motion Graphics Artist. Schrieb seine Marketing Diplomarbeit zum Thema “WebTV – Distribution, Marketing und Monetarisierung”. Er arbeitet für namhafte Kunden aus Film, TV & Werbung wie ARD, Endemol, Ufa, RTL, Pixomondo & Saatchi&Saatchi. Er ist Fachautor & Speaker als Experte für Online Video Marketing &Youtube und bloggt über aktuelle Themen im Bereich Videografie, Kameratechnik und MotionGraphics.
Das PERFEKTE Youtube Intro – und was du definitiv vermeiden solltest

Das PERFEKTE Youtube Intro – und was du definitiv vermeiden solltest

 

Das PERFEKTE Youtube Intro,…gibt es in dieser Form garnicht. Was man jedoch tun kann, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen, zeige ich euch im Video.

In meiner Arbeit für verschiedene Youtube Netzwerke haben sich einige Dinge als praktikabel erwiesen. Natürlich gibt es grosse Unterschiede zwischen den Kanälen und den Inhalten, sodass es etwas wie eine perfekte Blaupause garnicht geben kann.

Man kann jedoch ein paar grundlegende Dinge beachten, damit es speziell auf Youtube besser funktioniert.

Ein paar grundsätzlich zu beachtende Punkte für ein Youtube Intro sind:

  • Das Intro sollte nicht länger als 3-5 Sekunden sein
  • Immer zuerst eine kurze Ansage als Zusammenfassung und dann erst das Video zeigen
  • Gestalte das Intro so, dass du Elemente auch als Trenner und Endcard benutzen kannst
  • Lieber zu kurz als zu lang

 >>> Um kein Video mehr zu verpassen, den Press>Play Youtube Kanal hier abonnieren <<<

 

Das Intro sollte nicht länger als 3-5 Sekunden sein

Bei Onlinevideos und speziell auf Youtube ist die “Bounce-Rate” sehr hoch. Das bedeutet, dass bis zu 60% der Zuschauer innerhalb der ersten 5 Sekunden abspringen. Wenn der User nicht sofort das zu sehen bekommt was er erwartet klickt er weiter. Bei Onlinevideos ist die Ungeduld des Zuschauers extrem gross. Deshalb sollte das Intro keine epischen 30 Sekunden lang sein. Mehr ist nicht immer besser. Vor allem nicht auf Youtube. Das gilt im übrigen für alle Arten von Onlinevideos, sei es ein Image- oder Messefilm, ein Erklärvideo oder einfach nur ein Video, das man im kleinen Kreis zeigen möchte.

Youtube Intro Sophia Thiel thumbnail

 

Immer zuerst eine kurze Zusammenfassung

Auch das hat mit der Absprungrate zu tun. Ausgehend von diesen 5 Sekunden will man diese nicht mit einem Intro verschwenden, selbst wenn es ganz toll produziert ist. Eine kurze Ansage mit einer Zusammenfassung erhöht die Chance dass der Zuschauer dranbleibt und auch die Geduld aufbringt, das Intro anzuschauen.

 

Gestalte das Youtube Intro auch als Trenner und Endcard

Wenn dein Kanal einen hochwertigen Look bekommen soll, gestalte dein Intro durchaus so, dass du Teile davon als Bauchbinde, Trenner und Elemente daraus für die Endcard verwenden kannst. Bedenke aber, hochwertig ist nicht immer besser! Oft geht der hochwertige Look auf Kosten der Authentizität, sodass der Zuschauer sich mit dem Kanal nicht mehr wirklich identifizieren kann. Dieses Problem haben häufig Markenkanäle, die einfach zu “glatt” und perfekt aussehen.

 

Lieber zu kurz als zu lang

Als Youtube Nutzer kennst die schnell geschnittenen “Jumpcut” Videos. Der Sprung im Video der für Cutter vor 5-10 Jahren als absolutes No-Go unmöglich gewesen wäre. Selbst 3-5 Sekünder sind heute teilweise zu lang, sodass Youtuber dazu übergegangen sind extrem kurze Logoanimationen zu verwenden. Kurz und knackig wird hier wörtlich genommen. Beispiele: LeFloid und AlexiBexi. Aber es funktioniert! Solange das Branding hängen bleibt und es zum Inhalt des Kanals passt ist alles gut.

Intro Oli's Hundeleben für Endemol Beyond / Yahoo Screen

 

Tip: Vorlagen von Videohive.net nutzen

Was ist nun wenn du als Privatperson oder sogar als Mitarbeiter einer Firma ein hochwertiges Intro haben möchtest, aber weder know-how noch Budget zur Verfügung stehen. Du kannst auf Seiten wie www.videohive.net mittlerweile recht komplexe Vorlagen kaufen, die man nur noch anpassen muss. Achte aber auf die Lizenzen, da bei manchen eine kommerzielle Nutzung nicht gestattet ist. In dem meisten Fällen solltest du jedoch keine Limitierung haben und wenn man sucht findet man bei der Fülle an Vorlagen die es mittlerweile gibt sicher etwas passendes.

Das gilt im übrigen auch für “saisonale” Vorlagen wie z.B. Weihnachten oder Ostern. Einfach mal durchstörbern.

Soviel erstmal auf den ersten Blick zum Thema Youtube Intros. Das Thema lässt sich natürlich im Detail behandeln. Es gibt Yotuber die schwören auf Intros, andere haben erst garkeins.

Wenn man sich dem Thema jedoch als Firma oder Marke nähert, macht es durchaus Sinn, dem Kanal durch ein Intro ein Gesicht und eine Struktur zu geben.

Was ich für die einzelnen Intros zur Erstellung benutzt habe:

Sophia Thiel (Studio71):

Cinema4D, Adobe After Effects, Adobe Photoshop, Adobe Premiere Pro (Das Foto war damals ihr Kanalbild und wurde von einem anderen Fotografen zur Verfügung gestellt).

 

Oli’s Hundeleben für Endemol Beyond:

Adobe After Effects, Canon 6D (für die Fotos), Canon C100 (für die Videoaufnahmen)

 

Tenny Love (Tanja Tischewitsch) für UfaLab / Divimove :

Adobe After Effects, Canon 6D (mit 24-105 EF-Mount Optik für die Videoaufnahmen)

 

Let’s Kick für UfaLab / Divimove :

Adobe After Effects, Cinema4D

 

FitnessWG für BroadbandTV :

Adobe After Effects, Adobe Photoshop (für das PosterDesign) Cinema4DCanon 6D (mit 24-105 EF-Mount Optik für die Fotoaufnahmen), Panasonic GH4 (mit 12-35 2.8 Optik für die Videoaufnahmen)

 

 

 

Welchen Mehrwert die neue Youtube Abspann (Endcard) Funktion  bieten kann

Welchen Mehrwert die neue Youtube Abspann (Endcard) Funktion bieten kann

Endcards sind schon lange ein probates Mittel, um das User Engagement und die Watch Time eines Youtube Kanals zu erhöhen. Leider funktionieren Sie in der bisherigen Form nicht auf mobilen Geräten. Der neue Youtube Abspann (End Screen) schafft nun Abhilfe.

Bisher war jedoch ein gewisser “Hack” nötig um den gewünschten Effekt zu erzielen. Die Vorschau-Clips mussten fest in das Video integriert werden und konnten nachträglich nicht mehr geändert werden. Zudem sind Annotations (Anmerkungen) nach wie vor nur am Desktop anklickbar. Bei der wachsenden Bedeutung von Mobile Traffic und vor dem Hintergrund des nächsten grossen Google Updates (mobile first) ein Problem.

Abhilfe schafft da nun die Youtube Abspann Funktion. Was vorher nur handverlesenen Youtubern vorenthalten war und bereits im März 2015 angekündigt wurde, ist jetzt für alle Youtube Kanäle verfügbar.

 

Der Tod der Endcard?

Endcards sind Grafiken & Thumbnails am Ende eines Videos, die den User zu einer Interaktion bewegen sollen (Call-To-Action). Entweder um ein weiteres Video zu sehen, den Kanal zu abonnieren oder eine angebundene Webseite zu besuchen.

Der neue Abspann (Praxisbeispiel am Ende dieses Artikels) kann in den letzten 5-20 Sekunden des Videos eingefügt werden. Auf diese Zeitspanne ist der Youtube Abspann beschränkt.

Es können bis zu 4 Video Thumbnails eingefügt werden. Die wählbaren Videos müssen dabei bereits auf dem selben Kanal veröffentlicht sein und im 16:9 Format sein.

Der wichtigste Vorteil beim Youtube Abspann liegt dabei auf der Hand: er funktioniert auf mobilen Endgeräten!

Bereits über 50% des Traffics von Youtube kommt über mobile Geräte und die bisherigen Annotations, also die klickbaren Überlagerungen, funktionieren nach wie vor nicht mobil.

Jetzt kann man jedoch “Endcards” (ein generischer Begriff der nun offiziell durch “Abspann” respektive “End Screen” ersetzt wird) bauen, die auch auf Smartphones anklickbar sind.

Selbst wenn Anmerkungen (Annotations) deaktiviert sind, werden die neuen End Screens angezeigt. Zu erwähnen ist jedoch dass Youtube darauf hinweist, dass der End Screen nicht immer zu sehen ist! Auch die Anordnung kann sich ändern, je nach größe des Bildschirmes auf dem er betrachtet wird.

Das bei Youtubern beliebte Mittel in eine Richtung zu zeigen, um auf das später eingefügte Thumbnail hinzuweisen, sollte also anders gelöst werden.

 

Ein neues Level in der Wechselwirkung zwischen Brand und Video Influencer (Youtuber)

Was ändert sich nun für den Youtuber? Im Grunde nichts. Man gibt ein bisschen kreative Freiheit auf für ein bisschen mehr Funktionalität. Es lohnt sich allerdings ein näherer Blick:

Mit dem neuen Abspann bietet sich eine Möglichkeit, den eigenen Traffic nun viel besser zu steuern. Wenn ein gesponsertes Video hochgeladen wird, misst sich dessen Erfolg natürlich primär an den Viewzahlen. Mit dem Abspann lassen sich die in die Videos eingefügten Vorschläge nun im nachhinein ändern. Somit kann ich die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Video lenken. Bei statischen Endcards war die nachträgliche Bearbeitung nicht möglich. Gut, das Ziel der Anmerkung beim Klick konnte jederzeit geändert werden, entsprach dann aber nicht den vorher visuell per thumbnail festgelegten Ziel.

Wenn die Youtube-API nun die Möglichkeit bietet diese Schnittstelle anszusprechen, haben Agenturen, die mit der Entwicklung solcher Tools vertraut sind ungeahnte Möglichkeiten!

 

Wie funktioniert der Youtube Abspann denn nun?

  1. Wir klicken wie gewohnt bei dem Video auf “bearbeiten“.

Der Reiter “Anmerkungen” heisst jetzt “Abspann und Anmerkungen“. Es ist ein weiterer Reiter “Abspann” hinzugekommen.

youtube-abspann02

Der Abspielkopf platziert sich exakt 20 Sekunden vor Ende des Videos. In unserem Beispiel bei 1.51min Lauflänge also bei 1.31min. Die Länge des Abpsannes kann bis zu 5 Sekunden vor Video Ende gekürzt werden. Der Abspann muss also mindestens 5 Sekunden lang sein.

Auf der Rechten Seite kann man das Element auswählen das man einfügen möchte. Dabei kann man auswählen zwischen:

  • Video oder Playlist
  • Kanalabo
  • einem anderen Kanal
  • Link zu einer authorisierten Webseite (zum Beispiel Landing Page)

 

youtube-abspann03

 

Wenn man nun ein Video hinzufügen möchte, gibt es 3 Optionen:

  • Neuester Upload

Das letzte hochgelande Video wird eingefügt.

  • Für aktuelle Zuschauer angepasst

Es wird ein Platzhalter eingefügt, der automatisch ein dem Zuschauer passendes Video (oder was der Youtube Algorithmus dafür hält) aus dem eigenen Kanal anzeigt.

  • Video / Playlist auswählen

Hier kann man ein Video aus dem eigenen Fundus auswählen. Wichtig: das Video muss bereits veröffentlicht sein. Nicht gelistete oder private Videos werden hier nicht angezeigt.

Optional lässt sich auch eine URL zu jeglichem Youtube Video einfügen. Zum Beispiel für Crosspromotions mit anderen Kanälen.

 

youtube-abspann04

Das ausgewählte Video lässt sich innerhalb einer vorgegebenen Minimum und Maximum Größe ändern und innerhalb des blau hervorgehobenen Bereiches frei platzieren.

 

youtube-abspann06

Es können bis zu vier Videos eingefügt werden, die sich nicht überlagern dürfen. In dem Fall wird eine Fehlermeldung angezeigt “Die Elemente dürfen sich gegenseitig nicht überschneiden“.

Wenn man ein bereits eingefügtes Video Thumbnail entfernen möchte einfach doppelklicken und auf den kleinen Papierkorb klicken.

Interessant sind noch die Felder “Vorlage verwenden” und “Aus Video importieren“.

Hier lassen sich entweder Vorlagen verwenden, die Youtube bereits vorgegeben hat.

Oder ein bereits angelegter Abspann, den man nur noch von einem vorigen Video importieren muss.

 

Fazit

Die neue Abspann Funktion ist ein tolles Werkzeug wenn es darum geht die Watch Time zu optimieren und vor allem die Interaktionsrate auf Mobilgeräten zu erhöhen.

Natürlich bietet es sich an, weiterhin dedizierte Backplates und Grafiken im Video einzufügen, über die dann die Video Thumbnails gelegt werden. An diesem Punkt ist nichts anders im Vegleich zum gewohnten Endcard Workflow.

Interessant wird es jedoch dadurch, dass sich die in der Endcard angezeigten Clips nachträglich ändern (und somit der Traffic) steuern lassen. Bleibt abzuwarten wie sich die großen Youtube Kanäle diese neue Funktion zu Nutze machen.

Youtube & GEMA – 10 Dinge die du jetzt über geschützte Musik wissen musst

Youtube & GEMA – 10 Dinge die du jetzt über geschützte Musik wissen musst

Gut, ganz Deutschland berichtet über die Einigung von Youtube mit der deutschen Verwertungsgesellschaft GEMA. Bisher waren bis zu 60% der auf Youtube verfügbaren Videos in Deutschland wegen ungeklärter Vergütung der Künstler nicht zu sehen. GEMA und Youtube konnten sich nach 8 Jahren (!) Verhandlung nun endlich einigen. Künstler die in der GEMA organisiert sind, werden nun vergütet, wenn das Video in Deutschland zu sehen ist. Ende der Geschichte.

Doch was ändert das nun für den ganz normalen Youtube User bzw. Creator? Im Grunde nichts. Trotzdem gibt es einige Dinge, die du über die Nutzung von geschützter Musik auf Youtube wissen musst.

 

10 Tips zu copyrighted Musik auf Youtube

 

#1 Warum brauche ich die Erlaubnis des Rechteinhabers?

Es gibt einige rechtliche und technische Gründe, die Erlaubnis einzuholen ein geschütztes Musikstück zu benutzen. Der Rechteinhaber könnte Schadenersatz einfordern. Oder auch das Video auf Youtube über das ContentID System sperren lassen. Eine Sperrung, ein sogenannter Strike, schränkt die Funktion des Kanals stark ein und führt bei 2maliger Wiederholung zur kommentarlosen Löschung des Kanals! Es kann also schnell passieren, dass die ganze Arbeit die man in den eigenen Kanals gesteckt hat plötzlich gelöscht wird. In Deutschland kommt durch das Abmahnwesen noch das Problem hinzu, dass man wegen unerlaubter Nutzung kostenpflichtig abgemahnt werden kann. Neben dem Schaden am Youtube Kanal kommt dann also noch ein finanzieller Schaden hinzu.

#2 Wie bekomme ich die Rechte an geschützer Musik?

Da gibt es grundsätzlich 2 Wege: man kontaktiert die Person, die das Musikstück erstellt hat und fragt um Erlaubnis. Oder man lizensiert die Musik über einschlägige Plattformen. Diese Plattformen bieten solche Lizenzen für die verschiedensten Einsatzgebiete an (von Offline über TV bis Internet) und berechnen dafür Gebühren die über ein paar Euro bis hin zu tausenden Euro gehen können.

 

 

Audiojungle.net

 

#3 Warum wurde Musik die ich verwendet habe gelöscht oder blockiert?

Youtube erlaubt es dem Rechteinhaber über das ContentID System, zu bestimmen was mit dem Video das das strittige Musikstück beinhaltet, passieren soll. Der Rechteinhaber kann es löschen lassen oder die generierten Werbeumsätze für sich beanspruchen.  Wichtig hierbei: ein Content-ID Anspruch bedeutet NICHT gleichzeitig, dass ein Strike erfolgt ist! Es regelt nur den Urheberrechtsanspruch bezüglich der benutzten Musik auf Grundlage des Digital Millennium Copyright Act in den USA. Da Youtube in den USA beheimatet ist, wird hier das U.S. amerikanische Recht zugrunde gelegt.

#4 Warum erlaubt es Youtube dem Rechteinhaber, mein Video zu löschen?

Youtube wurde nach einem großen Rechtsstreit mit einem U.S. Medienkonzern dazu verpflichtet ein System einzuführen, die Rechte bezüglich der hochgeladenen Inhalte zu regeln. Vor dieser Regelung wurden auf Youtube völlig unkontrolliert rechtlich nicht einwandfreie Inhalte hochgeladen, wie zum Beispiel TV Shows des klagenden Konzerns Viacom. Das Content-ID System regelt automatisiert jedoch nur anhand der Audiospur. Der visuelle Inhalt wird noch nicht automatisiert erfasst und muss manuell “geclaimed” werden. Aktuell bemüht Facebook sich als Videoplattform zu etablieren. Und sieht sich mit derselben Problematik konfrontiert wie Youtube schon Jahre zuvor. Interessanterweise sind es nun vermehrt grosse Youtube Creator, die sich darüber beschweren, dass ihre Inhalte ohne Erlaubnis dazu verwendet werden, um auf Facebook Reichweite aufzubauen.

#5 Brauche ich wirklich eine Lizenz für das Musikstück wenn ich es nur auf Youtube verweden will?

Youtube unterscheidet sich nicht von TV, Film und Radio. Um es nutzen zu können braucht es natürlich die Erlaubnis des Urhebers. Schliesslich erstellt man Inhalte, in der Hoffnung dass es die Zielgruppe konsumiert. Ganz unabhängig davon ob man damit eine gewerbliche Absicht verfolgt oder nicht. Das muss rechtlich geregelt und einwandfrei sein.

 

Premiumbeat.com

 

#6 Wenn ich das Musikstück nun verwende, was kann der Rechteinhaber über das Content-ID System einfordern?

Grundsätzlich sind 2 Dinge möglich: Der Rechteinhaber kann es sperren lassen. Das bedeutet das Video wird von Youtube selbständig gelöscht. Oder der Rechteinhaber kann die Werbeeinnahmen, die das Video generiert für sich beanspruchen. Diese Einnahmen werden von Youtube dann zum Rechteinhaber umgeleitet. Beides bedeutet jedoch nicht, dass somit automatisch der gefürchtete Strike erfolgt. Diesen bekommt man nur bei schwerwiegenden Verstössen gegen die Youtube Richtlinien.

Das ist jedoch nicht unbedingt schlecht: Wenn man ein einzelnes Youtube Video betrachtet, fallen die Werbeeinnahmen nicht unbedingt ins Gewicht. Zudem ist die sekundäre Monetarisierung wie zum Beispiel mit Affiliate Links ein beliebtes Mittel weitere Einnahmen zu generieren. Dabei kann es sinnvoll sein, sich eher auf die generierten Views zu konzentrieren. Zudem steht der Content-ID dem Ausbau der eigenen Reichweite nicht im Wege. Viele Youtube Creator nehmen genau dies in Kauf und nutzen ganz bewusst geschützte Musik, weil sie sich so einen schnelleren Wachstum ihrer Abonnentenzahlen erhoffen.

#7 Wie verhält es sich mit der Musik bei einem Live Stream?

Bei einem Live-Stream auf Youtube verhält sich das Content-ID System genau gleich. Wenn zum Beispiel ein geschütztes Musikstück im Hintergrund im Radio läuft, wird der Live Stream sofort automatisch beendet und man erhält einen Copyright Claim.

#8 Wenn meine Lizenz ausläuft, habe ich dann keine Rechte mehr an dem Musikstück?

Technisch gesehen ja, die Rechte erlöschen dann. In der Praxis jedoch wird das selten durchgesetzt und es gibt kaum eine Plattform die eine funktionale Lösung hat, dies zu überwachen. Was jedoch nicht heisst, dass man die Laufzeit der Lizenz ignorieren sollte. Schliesslich richtet sich das Priesmodell oft nach der Art und Dauer der Nutzung.

#9 Was ist der Unterschied zwischen den verschiedenen Musikdatenbanken?

Es gibt große Unterschiede zwischen den verschiedenen Plattformen die Musiklizenzen vergeben. Die wichtigsten Punkte dabei sind:

  • Größe des Angebotes – Der offensichtlichste Unterschied ist, wie viele Musikstücke denn verfügbar sind auf der jeweiligen Plattform. Manche bieten hunderte Musikstücke an. Wohingegen andere tausende von Titeln im Angebot haben.
  • Preis – Musikdatenbanken unterscheiden sich teilweise erheblich im Preis. Manche berechnen tausende von Euro für einen einzelnen Track. Andere verlangen einen geringen Preis für eine monatliche Mitgliedschaft.
  • Nutzerfreundlichkeit – Eine positive Nutzererfahrung ist der Schlüssel für den Erfolg einer Musikplattform. Das richtige Musikstück für die eigenen Bedürfnisse zu finden gehört zu den wichtigsten Funktionen.
  • Lizenzvereinbarung – Die Lizenzbedingungen variieren teilweise stark von Plattform zu Plattform. Manche erlauben nur die einmalige Nutzung, wohingegen andere ein zeitlich uneingeschränktes Nutzungsrecht einräumen.
  • Kündigung – viele Lizenzgeber beenden das Nutzungsrecht nach Kündigung der Nutzungsvereinbarung. Aktuelle Nutzung bzw. Uploads sind grundsätzlich in Ordnung.
  • Kundenservice – Auch hier gibt es große Unterschiede. Manche Plattformen legen großen Wert auf Kundenservice. Andere bieten erst garkeine Kundenbetreuung an.

#10 Was bedeutet “fair use” eigentlich?

Fair Use regelt die Nutzung von eigentlich geschütztem Material. Die “nicht authorisierte Nutzung von eigentlich geschütztem Material” wird dadurch gedeckt. Gilt jedoch nur im Common Law Ländern und ist unter dem § 107 des US-amerikanischen Copyright Act geregelt. Da Youtube der Content-ID Regelung die amerikanische Gesetzgebung zugrunde legt, ist fair use auf Youtube grundsätzlich zulässig. Was dabei jedoch nicht berücksichtigt wird sind lokale Regelungen, was eine Abmahnung in Deutschland bei unrechtmässiger Verwendung nicht verhindert.

Die 5 Faktoren, um unter die Fair Use Regelung zu fallen, sind:

  • Zweck oder Art der Verwendung z.B. gewerbsmässig vs. privat
  • Die Art des urheberrechtlich geschützten Werks
  • Umfang und Bedeutung des verwendeten Auszugs im Verhältnis zum ganzen Werk
  • Auswirkung der Verwendung auf den Wert und die Verwertung des geschützten Werks
  • Transformative Nutzung wodurch das Ursprungsmaterial in seiner Natur verändert wird z.B. für eine Parodie (umgestaltende Nutzung)

 

Links zu rechtefreier und lizensierbarer Musik:

 

Kennt ihr noch weitere Ressourcen für gute Musik? Weitere Links und Tips gerne in die Kommentare.