Gestern führte Facebook ein weiteres des vor ca. 1 Jahr eingeführten Rights Managers durch. Im Facebook Rights Manager lassen sich ähnlich dem Youtube Content ID System Referenzvideos hochladen, die von Facebook automatisiert mit allen Video Uploads anhand eines “Fingerabdruckes” (Hash) verglichen werden. Nachdem Facebook vermehrt in die Kritik geraten ist, dass Video Creator nicht ausreichend geschützt werden, wurde das Rights Manager System eingeführt. Vor allem Inhalte von Youtube wurden systematisch auf Facebook hochgeladen, um eigene Reichweiten aufzubauen. Im Zuge der Facebook Strategie sich selbst als Videoplattform zu etablieren, wurde diese Praxis lange ignoriert. Es war jedoch nur eine Frage der Zeit, bis sich der Widerstand von Video Creators formierte, deren Inhalte systematisch piratisiert wurden.

Video Monetarisierung mit dem Facebook Rights Manager

Mit dem neuesten Update lassen sich nun Einnahmen, die mit unrechtmässig hochgeladenen Videos generiert werden vom Rechteinhaber beanspruchen. Dieser hat die Wahl ober das Video sperren möchte oder das Video weiterhin sichtbar sein soll, um weiter Einnahmen zu generieren.

Wenn der Facebook Rights Manager anhand der hochgeladenen Referenzdatei eine Übereinstimmung findet stehen mehrere automatisierte Optionen (Match Actions und Match Conditions) zur Verfügung.

 

To help make management more efficient for rights owners, we’re now enabling them to automate more of the process, and providing more options for what happens to matched content. This means that the rights owner can decide to set an action to happen automatically when a match of their content is found on Facebook, simplifying the process.

 

Die Match Conditions unter welchen Bedingungen das System eine Übereinstimmung anhand der Referenzdatei feststellen soll (Land, Content Art, Länge, Publisher, öffentlich/privat). Hierbei ist es auch möglich, dass Videos ermittelt werden die zwar hochgeladen aber noch nicht veröffentlicht wurden (privat).

Anhand dieser Übereinstimmungen kann der Rechteinhaber entscheiden ober er das Video sperren lassen, oder lieber die potenziellen Werbeeinnahmen vereinnahmen möchte. Da Facebook sich immer mehr als Videoplattform positioniert und somit auch die Monetarisierung anhand von ad breaks und in-stream video ads vorantreibt, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Ansprüche mit einem Rechtemanagementsystem wie dem Facebook Rights Manager geregelt werden müssen. Dieses Schicksal ereilte seinerzeit auch Youtube, als Viacom eine Klage gegen die Videoplattform anstrengte und das Content ID System eingeführt werden musste.

Dass ein solches System den Content Klau nicht vollständig verhindern kann, zeigt das Youtube Content ID System. Zumindest ist es jedoch ein sinnvolles Werkzeug für Video Creator, um die eigenen Ansprüche geltend machen zu können.

Weitere Informationen im Facebook Blog:

An Update on Video Monetization


Hakan Acarel ist Adobe Certified Expert (PremierePro & AfterEffects) und ist seit 15 Jahren selbständig als professioneller Videograf & Motion Graphics Artist. Schrieb seine Marketing Diplomarbeit zum Thema “WebTV – Distribution, Marketing und Monetarisierung”. Er arbeitet für namhafte Kunden aus Film, TV & Werbung wie ARD, Endemol, Ufa, RTL, Pixomondo & Saatchi&Saatchi. Er ist Fachautor & Speaker als Experte für Online Video Marketing &Youtube (u.a. Co-Autor des aktuellen Youtube Reports der Online Marketing Rockstars) und bloggt über aktuelle Themen im Bereich Videografie, Kameratechnik und MotionGraphics.